Segel setzen!

Segel setzen!

25. August 2018 0 Von reisekurier

Mit dem Segelschiff „Running on Waves“ lassen sich zwei Leidenschaften perfekt miteinander verbinden: Segeln & Golfen

TEXT + FOTOS: Maik Günther

Sie lieben Golfspielen? Sie segeln gerne mit einer kleinen individuellen Gruppe und erkunden dabei noch gerne fremde Länder? Wie lässt sich das alles miteinander verbinden? Ganz einfach. Der Bremer Reiseveranstalter „Golf and Sail Cruises“ hat in perfekter Weise die zwei Leidenschaften Golfen und Segeln miteinander kombiniert. In den nächsten zwei Jahren werden dafür vier exklusive, neuntägige Segelreisen von Athen nach Kreta angeboten. Um mit einer kleinen Gruppe von maximal 30 Gästen die schönsten Golfplätze Griechenlands anzusteuern, bedarf es eines komfortablen und stilvollen Fortbewegungsmittels. Mit der Segel-Kreuzfahrtyacht „Running on Waves“ wurde die perfekte Lösung gefunden. Der „Reise-Kurier“ war auf der „Jungfernfahrt“ dieses neuen Reiseangebotes dabei und hat sich dabei auch ein wenig im Golfspielen versucht. 

Prolog. Jeder, der die Behauptung aufstellt, dass Golfspielen kein ‚richtiger‘ Sport sei, dem muss ganz klar gesagt werden: „Vergiss es! So einen Muskelkater wie nach dem ersten Golfspiel, insbesondere wenn man den langen Aufschlag auf der Driving Range hundertfach geübt hat, wird man im Leben nicht vergessen!“ Respekt also all denen, die mit viel Leidenschaft und Ehrgeiz diesen schönen Sport betreiben. Golf ist aber noch mehr als nur ein Sport. Viele Golfplätze sind wahre Naturschönheiten. Ab und an kann man glatt vergessen, weshalb man an diese Orte gekommen ist. Ein wenig Zeit bleibt aber immer, um den Blick in die oft traumhaften Landschaften ringsum wandern zu lassen. Doch zurück zum Anfang unserer Reise.

Pünktlich landet das Flugzeug aus Frankfurt/Main kommend am Eleftherios-Venizelos-Flughafen in Athen. Schon in den frühen Vormittagsstunden präsentiert sich die Sonne in der griechischen Hauptstadt von ihrer stärksten Seite. Erst gegen den späten Nachmittag ist der Transfer vom Flughafen zum Liegeplatz der „Running on Waves“, unserer schwimmenden Unterkunft für die nächsten sechs Tage, geplant. Es bleiben also noch einige Stunden für einen Stadtbummel durch Athen. Vom Flughafen in die Innenstadt sind es immerhin knapp 40 Kilometer, aber es bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, um innerhalb von einer Stunde dorthin zu gelangen. Neben dem Taxi lässt es sich bequem und deutlich günstiger per Metro oder mit dem Schnellbus (6 Euro/Person für die einfache Strecke) in die Innenstadt von Athen fahren. 

Angekommen im Herzen Athens, bleiben knapp vier Stunden für einen kurzen Bummel durch die Altstadt mit den zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Vom Syntagma-Platz geht’s entlang der Haupteinkaufsstraße Ermou zur „Kapnikarea-Kirche“, einer wirklich sehenswerten, mittelbyzantinischen Kreuzkuppelkirche aus dem 11. Jahrhundert, die von weniger schönen Geschäftshäusern umschlossen wird. Ein guter Ort für eine Pause in den vielen netten Cafés am Platz. Am Ende der Ermou locken ein Flohmarkt und die griechisch-orthodoxe Kirche „Ekklisia Agii Asomati ke Agios Georgios“. Zudem wird man mit einem herrlichen Blick auf die Akropolis, den Tempel des Hephaistos und die Agora belohnt. 

Wir machen uns weiter auf den Weg durch die Altstadt, ins Monastiraki-Viertel. Unzählige Bars, Restaurants und Souvenir-Shops locken die vielen Touristen durch die engen Straßen. Am Hadrianstor bleibt Zeit für eine kleine Eispause und wir schauen uns die imposanten Reste des Olympieion, einst der größte Tempel des antiken Griechenland, an. Im benachbarten Nationalgarten darf ein Fotostopp beim „Zappeion“, einem 1888 eingeweihten klassizistischen Gebäude, nicht fehlen. Der Nationalgarten ist wirklich einen Besuch wert. Hier trifft man viele Familien mit Kindern, die Schildkröten, Schwäne und Enten füttern, unzählige Jogger oder auch den einen oder anderen Musiker, der unter einem Baum Gitarre spielt. Und ganz wichtig: Der Garten bietet auch sehr viel Schatten, der im heißen Athen nur selten zu finden ist. Zurück geht’s zum Syntagma-Platz, wo noch ein kurzer Besuch des Parlamentsgebäudes und ein Blick auf den stündlich stattfindenden Wachwechsel vor dem Grab des unbekannten Soldaten stattfinden. Dann geht’s zurück zum Flughafen, wo bereits der Transferbus wartet, der die kleine Reisegruppe von 15 Gästen zum Segelschiff „Running on Waves“ bringen wird.

Knapp zwei Stunden dauert die Fahrt nach Nafplio, einer kleinen Hafenstadt am Argolischen Golf auf dem Peloponnes. Auf halber Strecke wird ein kleiner Halt am Kanal von Korinth eingelegt. Wow, was für ein Blick! Wie eindrucksvoll muss wohl eine Passage mit einem Kreuzfahrtschiff durch den Kanal von Korinth sein? Nur wenige Schiffe sind dazu aufgrund ihrer geringen Größe überhaupt in der Lage.

Pünktlich zum einsetzenden Sonnenuntergang erreichen wir den kleinen Hafen von Nafplio, wo Kapitän Aleksandr Marukhin mit seiner ganz in Weiß bekleideten Mannschaft und das Segelschiff, die „Running on Waves“, bereits auf uns wartet. Bevor wir uns in den nächsten Tagen von der griechischen Inselwelt verführen lassen, genießen wir erstmal die Ausfahrt bei einem Glas gut gekühltem Champagner. Was für eine Reise, was für ein Schiff!

Die „Running on Waves“ ist Segelyacht und Kreuzfahrtschiff zugleich. Insgesamt verfügt sie über 16 Kabinen mit Platz für maximal 45 Gäste. Die geräumigen Suiten (14–20 qm) befinden sich auf dem Hauptdeck und haben alle einen separaten Außenzugang. Zudem verfügen sie über ein Kingsize-Bett und eine gemütliche Sitzecke mit Oberlichtern und Panoramafenster. Auf dem Zwischendeck befindet sich ein Großteil der Standard-Außenkabinen (ca. 11– 12 qm), die zwar lediglich über Bullaugen verfügen, aber nicht minder gemütlich sind. Wahlweise kann man Einzel- oder Doppelbetten buchen und in einigen Kabinen kann sogar eine dritte Person untergebracht werden. 

Die Innenausstattung aller Kabinen ist in mediterranen Farbtönen gehalten, die Möbel sind aus hochwertigem Mahagoniholz und der Boden mit elegantem Teakholz belegt. Selbstverständlich sind ein Kleiderschrank, eine Klimaanlage, ein modernes Marmorbad, ein Safe, eine Minibar und vieles mehr vorhanden. Auf dem multifunktionalen Fernsehmonitor werden den Passagieren ein paar Besonderheiten geboten. Zwei Unterwasser- und eine Panoramakamera am Mast des Schiffes übertragen Livebilder. Außerdem werden die Angaben der Ortungsgeräte aus dem Navigationsraum (z. B. Echolot, GPS …) von der Kommandobrücke eingeblendet. Für Segel- und Nautikenthusiasten ist dies ein toller Pluspunkt.

Neben einer ausgezeichneten Küche hat die 64 Meter lange und 9 Meter breite „Running on Waves“ aber noch viel mehr zu bieten. An der „Ocean Bar“ können exotische Cocktails oder ein kühles Bier genossen werden. Im Netz vor dem Bug kann man das sanfte Durchs-Wasser-Gleiten fast hautnah erleben. Ein Aufstieg in die Masten ist ebenso möglich, wie dem Kapitän auf seiner Brücke jederzeit einen Besuch abzustatten. Wer mag, der kann sich auch sportlich betätigen; die „Running on Waves” klappt dafür im Heck des Schiffes einfach ihre Wassersport-Marina aus. Von dort können diverse Aktivitäten wie Wasserski, Surfboard, Kajak oder Schnorcheln durchgeführt werden. Wer es gemütlich mag, der steigt einfach in den Whirlpool auf dem Sonnendeck. Um die überschaubare Anzahl von Gästen kümmern sich 22 Crewmitglieder. Man fühlt sich fast wie auf seiner eigenen Privatyacht.

Das erste Ziel unserer Segelreise ist die kleine Halbinsel Elafonisos im Ionischen Meer, die sich zwischen dem Peloponnes und der griechischen Insel Kythira befindet. Aufgrund ihrer Lage wird sie zu den Ionischen Inseln (zu denen beispielsweise auch Korfu oder Paxos gehören) gerechnet. Die „Running on Waves“ wirft ihren Anker und unsere kleine Gästeschar wird mit einem schnittigen, weißen Tender-Boot zum Hauptort, der mit nur 800 Einwohnern doch ein ansprechendes touristisches Angebot bietet, gebracht. Neben Fischfang und Schiffsbau lebt die Insel in den Sommermonaten vom Tourismus. Während im Winter nur noch einige hundert Bewohner auf Elafonisos bleiben, stürmen im Juli und August täglich über 5000 Besucher die Insel und es gibt reichlich Arbeit für die Mitarbeiter der Hotels, Restaurants und Ausflugsveranstalter. Unser Eintreffen fällt bereits in die Nebensaison und an der schönen Hafenpromenade mit einer großen Anzahl von traditionellen Fischerbooten herrscht Gelassenheit. Ganz leicht finden wir einen schönen Platz auf der Terrasse einer Taverne, wo wir einen frischen Salat mit Meeresfrüchten, griechisches Bier und anschließend einen eiskalten Ouzo genießen. „Gia maV“, prosten wir uns zu und freuen uns auf den Beginn einer wunderschönen Reise. 

Zurück an Bord wird erstmal das delikate Mittagsbuffet im Restaurant genossen. Später springen einige Mitreisende über die am Schiffsheck herausgefahrene Marina ins angenehm warme Wasser der griechischen Ägäis. Mit den bordeigenen Schlauchbooten lassen sich zudem einige Gäste zum nahegelegenen Sandstrand bringen. Elafonisos ist bekannt für die schönsten Strände des Mittelmeers. Gleich zwei Buchten bestechen mit feinem, weißem Sand, dazu kristallklarem Wasser und Zedernwäldern, die in den Dünen etwas Schatten bieten. Was für ein Tag! Abends wird auf dem offenen Achterdeck bei griechischer Musik getanzt, gelacht und bis spät in die Nacht gefeiert. Nein, so spät wird es dann doch nicht. Morgen steht der erste Golftag an. 18 Bahnen und fast jeder an Bord ist ein passionierter Hobby-Golfer. Also ab ins Bett! Morgen müssen wir fit sein.

Frühmorgens legt die „Running on Waves“ in Pylos auf der Halbinsel Peloponnes an. Die kleine Hafenstadt, mit immerhin 5300 Einwohnern, hat einige Sehenswürdigkeiten so bieten. Das alte Kastell und auch ein Aquädukt aus der osmanischen Zeit sollen einen Besuch wert sein, aber wir haben leider kaum Zeit für Sightseeing, denn in den nächsten zwei Tagen steht ein Besuch im Golfclub Costa Navarino an. Zunächst geht es gemeinsam mit einem kleinen Shuttlebus vom Hafen zum ersten Golfplatz, dem „Dunes Course“, der von der deutschen Golflegende Bernhard Langer und der Firma „European Golf Design“ entworfen wurde. Was für ein Platz! 18 Loch, exzellent gepflegtes, sattes Grün auf leichten Hügeln, direkt nebenan das leuchtende blaue Meer. Ein Traum! Erstmal werden auf der „Driving Range“ einige dutzend lange Abschläge geübt. Ungeübte Golfer und gar Anfänger werden die Folgen dieser Abschläge spätestens am nächsten Morgen in Form eines kräftigen Muskelkaters spüren. Einige haben sich für ein Kart entschieden, andere ziehen ihre Golfausrüstung gemütlich schlendernd hinter sich her. Der Platz ist viel zu schön, um hier nur an das Golfspielen zu denken. Immer wieder schaut man in die Ferne und genießt die gepflegte Natur, die vielen alten Olivenbäume und den Ausblick aufs offene Meer. Irgendwo ein paar Kilometer entfernt liegt sie, unsere „Running on Waves“, die uns auf dieser Kreuzfahrt zu den schönsten Golfplätzen Griechenlands bringt. Die Zeit vergeht wie im Fluge. Im Ressort trinken wir zum Abschluss noch gemeinsam Champagner oder Aperol Spritz und dann steht auch schon der kleine VIP-Shuttlebus bereit, um uns nach einem schönen Tag zurück zum Schiff zu bringen.

Langsam bricht der Abend an. Auf das Essen an Bord wird heute verzichtet. Stattdessen geht’s gemeinsam im kleinen Hafen von Pylos in eine griechische Taverne. Es wird viel über vergangene Reisen und selbstverständlich auch über Golf gesprochen. Diese Themen vereinen unsere kleine Reisegruppe. Die meisten sind Individualisten, reisen gerne in kleineren Gruppen und lieben den Golfsport. Der mitgereiste Berufsgolfer, fachmännisch „Head Pro“ genannt, gibt wertvolle Tipps und teilt schon die Teams für den nächsten Tag ein. Ein lustiger Abend, bei dem so mancher Ouzo und einige Flaschen vom typisch griechischen Retsina-Wein gemeinsam geleert werden. Beeilen brauchen wir uns nicht, denn unser Schiff bleibt über Nacht im Hafen liegen.

Gleich am nächsten Tag geht‘s zum wohl schönsten Golfplatz Griechenlands, dem „Bay Course“, direkt am Meer. Es fällt schwer, sich zu entscheiden. Einfach träumen und aufs türkisfarbene Wasser blicken oder doch ab und an den Golfschläger schwingen? Es geht beides! Dieser erste 18-Loch-Signature-Platz in Griechenland dürfte mittlerweile auch den Fans von Spielkonsolen bekannt sein. Der „Bay Course“ ist im Xbox-Spiel „Tiger Woods PGA Tour“ einer von 16 auserwählten, schönsten Golfplätzen weltweit. Auch wenn wir dieses Computerspiel noch nicht kennen, so können wir beim „realen“ Golfen diese Wahl gut verstehen. Mit 6200 Metern ist der „Bay Course“ sicher nicht der längste Platz, aber aufgrund der vielen Berg- und Talfahrten und der längeren Zwischenwege zu den Löchern bietet sich ein Cart durchaus an. Besonders spektakulär sind die ersten Löcher, denn sie kreuzen ab und an das Meer. Es bleibt nicht aus, dass einige Golfbälle unabsichtlich in die tiefblaue Ägäis geschlagen werden. Vielleicht liegt es auch an den Träumereien, in die man bei diesem Platz immer wieder fällt. Die sanft hügeligen Grasflächen und die großzügigen Bahnen betten sich harmonisch in die Natur ein. Kein Wunder, dass dieser Golfcourse vielfach mit internationalen Preistiteln ausgezeichnet wurde. Glücklich und doch leicht erschöpft, geht es nach der letzten bergauf ansteigenden „Par-5“-Bahn ins Clubhaus. Auf der Terrasse wird noch gemeinsam ein kühles Bier getrunken und als kleine Erinnerung darf man den Kofferanhänger (Bagtag) aus Kupfer, in den der eigene Name eingraviert wurde, behalten. So gerät manch peinlicher Fehlschlag, verlorener Golfball oder „Bogey“ (Schlag über Par) schnell in Vergessenheit.

Ganz schön anstrengend so eine Golfreise. So viele schöne Plätze und dann das Wetter. Okay, der Veranstalter „Golf and Sail Cruises“ hat sich bei diesen Reisen ganz bewusst auf die Nebensaison konzentriert. Im April und September sind die Temperaturen auch in Griechenland erträglich. Eine gute Sonnencreme und eine Kopfbedeckung sollten aber unbedingt im Reisegepäck sein. Als wir abends zur „Running on Waves“ zurückkehren, wartet bereits an der Pier die Crew mit einem „Welcome-Back“-Getränk auf uns. Wir machen uns kurz frisch und freuen uns auf das anschließende Abendessen im Restaurant. Jeden Tag wird eine schöne Auswahl an frischen Speisen in Buffetform geboten. Salate, Suppen, frischer Fisch, diverse Fleischgerichte und leckere Desserts erfüllen jeden kulinarischen Wunsch. 

Als die Sonne so langsam untergeht, befindet sich die „Running on Waves“ bereits wieder auf offener See. Im „Cockpit“, dem gemütlichen Achterdeck des Schiffes, treffen sich die Gäste und schwärmen bei einem Glas Wein noch einmal von den beiden Courts des Costa Navarino Golfclubs. Bis weit in die Nacht dauern die Gespräche. Neue Freundschaften entstehen und der Wunsch, im nächsten Jahr noch einmal eine gemeinsame „Golf and Sail“-Kreuzfahrt zu unternehmen, wird vielfach geäußert. 

Wir erreichen am nächsten Morgen die Insel Kythira an der Südostspitze der Peloponnes. In den letzten Jahren haben viele Einwohner die Insel verlassen. Nur noch knapp 4000 Menschen sind geblieben. Die Kargheit des Landes bietet wenig Arbeit und große Touristenscharen haben die liebliche Insel bislang noch nicht entdeckt. Seit einiger Zeit, so berichtet uns der Wirt einer Taverne, kaufen sich vermehrt Festland-Griechen und Ausländer günstige Immobilien auf der Insel. Kythera erwacht ganz langsam zu neuem Leben. Für einige Stunden genießen wir die Ruhe an der kleinen romantischen Hafenbucht, lassen uns von Einheimischen auf offener Straße zum Ouzo und Essen einladen oder grübeln kurz darüber nach, ob die Insel in einigen Jahren ein schöner Platz zum Altwerden sein könnte. Doch bevor wir diese Gedanken weiterspinnen können, schauen wir auf die Uhr. Unser Tender-Boot wartet bereits an der kleinen Mole im Hafen. 

Ankunft auf Kreta. Im eher unschönen Industriehafen von Iraklio muss an diesem Tag unsere Segelyacht anlegen. So richtig passt die „Running on Waves“ nicht zwischen die häßlichen Containerschiffen oder Fähren hinein. Einige Passagiere legen an diesem Tag eine Golfpause ein und schauen sich die Altstadt oder die Hafenfestung Koules am venezianischen Hafenbecken an. Wer noch einmal den Golfschläger schwingen will, der macht sich mit dem Privatshuttle auf den Weg  zum „Crete Golf Club“, der nur knapp Kilometer von Iraklio entfernt ist. Der einzige 18-Loch Golfcourse mit internationalen Standards auf ganz Kreta ist zwar nicht so reizvoll wie der „Bay Course“ oder „Dunes Course“ in Costa Navarino, aber sehr gepflegt und gut spielbar ist er auf jeden Fall auch. Weiter geht die Reise nach Agios Nikolaos auf Kreta, wo wir am nächsten Tag das Schiff verlassen werden. 

Der Abschied fällt nicht leicht. Auch wenn wir nur ein paar Tage an Bord waren, so hat die familiäre Atmosphäre auf dem Schiff emotionale Spuren hinterlassen. Die überaus freundliche und hilfsbereite Crew ist uns allen ans Herz gewachsen. Schade, dass wir der „Running on Waves“ und seiner Besatzung nun „Lebewohl“ sagen müssen. Noch ist unsere Reise aber nicht zu Ende. Gemeinsam mit dem Veranstalter-Team und dem Golf-Pro werden wir noch zwei Tage auf Kreta verbringen. Nur 15 Kilometer entfernt befindet sich das exklusive 5-Sterne-„Porto Elounda Golf & Spa Resort“. Was für ein Luxus! Die hellen, modernen Zimmer verfügen nicht nur über eine Terrasse, sondern sogar über einen privaten Pool. Natürlich wird dort gleich hineingesprungen. Und als wir von dort aufs weite Meer blicken, können wir sie noch einmal sehen. Die „Running on Waves“ hat ihre Segel gesetzt und macht sich auf eine weitere Reise mit neuen Passagieren. 

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge geht’s aus dem Pool und ein weiteres Mal auf den Golfplatz. Das edle Resort hat sogar einen eigenen 9-Loch Par-3 Golfplatz, direkt in der großzügigen Anlage mit Blick auf die Bucht. Es bleibt Zeit für zwei Runden, bevor ein großes Abendbuffet auf uns wartet. Bis kurz vor Mitternacht sitzen wir auf der Terrasse des „Porto Elounda Resorts“. Es gibt so viel zu erzählen (nicht nur über Golf!), neue Freundschaften sind entstanden und am liebsten möchte man schon jetzt wieder zurückkehren, aufs eigene Schiff, auf die lieb gewonnene „Running on Waves“.