Florida Keys

Florida Keys

25. August 2018 0 Von reisekurier

Über 200 Koralleninseln bilden mit einer Gesamtlänge von über 290 Kilometern dieses Urlaubsparadies an der Südspitze der Halbinsel Florida. Wunderschöne Strände, kultige Bars und Restaurants, aber auch außergewöhnliche Pflanzen und Tierarten sind auf den Keys zu finden. 

Reise-Kurier Mitarbeiterin Angelika Markowska  hat ein paar traumhafte Tage dort verbracht und verrät die besten Tipps und schönsten Erlebnisse auf den folgenden Seiten. 

TEXT + FOTOS: Angelika Markowska

Ein Inselparadies zwischen dem Golf von Mexiko und dem Atlantischen Ozean. Ein Ruhepol mit weißen Korallenstränden in tropischen Temperaturen. Das war womöglich meine erste Assoziation mit der Inselkette an der Südspitze der Halbinsel Florida. Was sich jedoch hinter der Inselkette aus über 200 Koralleninseln verbirgt, geht weit darüber hinaus!

Unmittelbar an der Strandpromenade entlang führt mein Weg durch die rund 180 Kilometer lange Inselkette. Getreu der amerikanischen Verhältnisse ist vor sowie hinter mir einzig die breite Highway zu sehen. Je westlicher man reist, desto schmaler wird die Straße. Dies ist der einzige Weg durch die Keys, alternative Strecken gibt es nicht, sich zu verfahren praktisch unmöglich. Bis 1935 noch durch eine Eisenbahnlinie verbunden, sind die vielen Inseln heute durch insgesamt 42 Brücken des Overseas Highway untrennbar. An der Grenze der Stadt von Marathon angelangt, führt die Straße über die längste Brücke des Overseas Highways, die „Seven Mile Bridge“. Von einer Länge von ca. 11 Kilometern verbindet sie die Knight Key in den Middle Keys mit den Little Duck Key in den Lower Keys. So bezeichnet man nämlich die drei großen Abschnitte der Florida Keys: Upper, Middle und die Lower Keys. Von allen Seiten Meer. Ab und an sieht man in der Ferne eine Insel. Ein Stück grünes Land, das menschenleer auf dem Ozean schwimmt. Ein surreal wirkender Schauplatz.

Durch das Niemandsland nach Key West bringt mich der Weg an meinen ersten Stopp. Ich steige aus dem klimatisierten Fahrzeug und spüre eine leichte Brise vom Meer. Es ist Ende Mai. Bei dieser Hitze eine Erleichterung, in unmittelbarer Nähe des Meeres zu stehen. An einem kleinen Hafen in Big Pine Key angekommen, werde ich bereits von Captain Bill erwartet. Geplant ist eine Kayak-Tour durch das Mangroven-Labyrinth. Nun heißt es, die Natur hautnah miterleben! Mit dem Captain an Bord bin ich aufbruchbereit, doch ein wichtiger Begleiter fehlt uns noch. Ohne geht der Captain in der Regel nicht auf Touren – ob auf Land oder Wasser, seine Hündin ist immer mit dabei. Sie springt unbemerkt ins Kayak und macht es sich mit ihrer Schnauze auf meiner Schulter gemütlich. Als die Mangroven erreicht sind, wird das Paddel nicht mehr gebraucht. So niedrig, wie die Mangroven über dem Wasser wachsen, ist es geradezu ein Dschungel auf dem Meer. Vom Mangrovenast zum Mangrovenast hangeln wir uns durch die nahezu unberührte Umwelt. Zwischendurch muss ich mich ins Kayak ducken, um von keinem der Äste gestreift zu werden. Reiher, Pelikane und Kormorane geben sich durch ihre Geräusche zu erkennen. Captain Bill sucht die Äste nach Kleinkrabben ab.

Wenn auch nicht selbst geangelt, werde ich im Anschluss mit der ausgefallenen Küche der Keys belohnt. Im Restaurant „The Stoned Crab“ sind bereits sogenannte „Seafood-Tower“ aufgestellt. Auf einer drei-Ebenen-Pyramide werden frisch gefangene Shrimps, Hummer, Krabben sowie Muscheln serviert. Ein großes Buffet mit frischem Fisch und Meeresfrüchten. Ein richtiges Spektakel! Zudem sind auf dem Tisch kleine „Know-Your-Fisherman“ Karten ausgelegt. Die kleinen Kärtchen enthalten die Namen der Fischer, die das heutige Essen aus dem Wasser geholt haben. Obwohl man selbst nicht dabei sein konnte, kennt man nun immerhin das Gesicht des Verantwortlichen. Der Koch Paul Menta ist ebenfalls auf einer der Karten abgebildet. Von ihm wird eine weitere Köstlichkeit auf den Speisetisch gebracht – der soeben frisch zubereitete Mahi-Mahi. In anderen Teilen der Welt ist er unter seinem wissenschaftlichen Namen, Dorado, bekannt. Mahi Mahi hingegen kommt aus dem Hawaischen und bedeutet „fest“. Es ist eine ganz besondere Spezialität, die in allen tropischen und subtropischen Meeresgebieten vorkommt und als einer der schönsten und schmackhaftesten Fische gilt. Man erkennt ihn an seinem bläulich-grünen Rücken und seinen goldenen Seiten. Er kann eine Länge von ca. 1,40m und ein Gewicht von max. 40kg erreichen. Neben seiner Beschäftigung als Koch, eröffnete Paul Menta 2013 außerdem die „First Legal Rum Distillery“ in Key West, in der er verschiedene geschmacksvolle Rumsorten aus der Region kreiert. Neben der Möglichkeit, die vielen Sorten direkt vor Ort in der Brauerei zu kosten, gibt es an gefühlt jeder Ecke auf den Florida Keys die sogenannten „Tiki Bars“, in denen Rum je nach Belieben serviert wird. Bei tropischem Wetter am Wasser zu sitzen und einen gekühlten Rum-Cocktail zu trinken – so lässt es sich durchaus gut leben.

Die Florida Keys eignen sich zudem perfekt für Paddeltouren und Schnorcheln. Das größte Korallenriff nach Hawaii befindet sich auf Key Largo. Es ist geradezu eine Hochburg für Tauchsport. Als Vorgeschmack bereite ich mich zunächst auf das „Nightboarding“ vor. Das Ibis Bay Paddle Sports in Key West ist das einzige Unternehmen auf den Keys, das sowohl Stehpaddel- als auch Glasboden-Kayak-Touren anbietet. Mit LED-Lichtern ausgestattet geht es am Abend mit dem Kayak aufs offene Meer. Die Leiterin paddelt der Gruppe voraus und weist uns auf Stellen hin, an denen es am meisten zu entdecken gibt, während sie uns nebenher mehr über die Tiere erzählt. Da ich alleine im Kayak sitze, muss ich aufpassen, dass mich der Wind nicht über Bord weht. Durch den Glasboden durch kann man Wassertiere sehen, die am Tag nur schwer zu finden sind: Krabben, Hummer, eine große Auswahl an tropischen Fischen und vieles mehr. Durch den durchsichtigen Boden kommt es einem vor, als würde man überm Ozean schweben. Ein unvergessliches Erlebnis!

Nach einem umfassenden Wassererlebnis mache ich mich am nächsten Tag auf, das Land der Keys zu erkunden. Auf dem Tagesplan steht eine Fahrradtour durch die Altstadt von Key West. An dem historischen Seehafen und den wunderschönen Gärten der Häuser vorbei führt der Weg zu den Must-see-Attraktionen. Mitten in der historischen Altstadt befindet sich das Anwesen, in dem der Schriftsteller Ernest Hemingway in den dreißiger Jahren gelebt hat. Heutzutage dient das Haus in der Whitehead Street 907 als ein Museum, in dem von Hemingways Leben erzählt wird. Betritt man das Haus, kriegt man viele der Original-Möbelstücke und Antiquitäten zu sehen. Wenn man bedenkt, dass Hemingway in dieser Stadt über 70 Prozent seiner Werke verfasst hat, lohnt sich auf jeden Fall ein Einblick in sein Arbeitszimmer im Gartenhaus. Auf dem Holztisch steht immer noch seine alte Schreibmaschine. Wie bei den meisten Zugezogenen wurde auch bei Hemingway aus dem Kurzurlaub in Key West im Jahre 1928 ein Langzeitaufenthalt. 

Anschließend erzählt uns der Reiseleiter Geschichten von Schatzsuchen und gefundenen Schiffswracks. Eine der bekanntesten Geschichten auf den Keys ist die vom Fischersmann „Mel Fisher“ – einem Schatzsucher und Tauchpionier, nach dem das heutige Maritime Museum in Key West benannt ist. Im Museum werden seine Funde aus den vielen Schatzschiffen präsentiert, die sehr sehenswert sind. Vergeblich suchte Fisher viele Jahre lang nach dem Wrack der Galeone Atocha, die mit 40 Tonnen Gold und Silber an Bord vor den Florida Keys gesunken war. Zum Abschluss unserer Tour werden wir mit dem „Key Lime Pie“ belohnt, einem süßsaurem Kuchen – aus Limetten hergestellt, die auf den Florida Keys wachsen. Eine ganz besondere Spezialität auf den Keys, die zu jeder Tageszeit und jedem Anlass verspeist wird. Auf der Insel herrscht geradezu ein Wettstreit unter den Bewohnern, welcher „Key Lime Pie“ der Beste sei. Für meinen Geschmack ist der Kuchen etwas zu süßlich, aber es gibt mehrere Rezepte, die unbedingt gekostet werden müssen, bevor man seinen Favoriten findet. 

Was mir zunächst als eine gängige Tourismusattraktion schien, erwies sich im Nachhinein als ein Ort, in der Mensch mit Tier koexistiert und voneinander lernt. Im Dolphin Research Center in Marathon werden pflegebedürftige Delphine und Seelöwen aufgenommen und rehabilitiert. Durch den intensiven Kontakt wird es den Menschen ermöglicht, jeden Tag mehr über die Tiere zu lernen und dieses Wissen an Dritte weiterzugeben. Schnell spürt man die liebevolle Atmosphäre, die dieser Ort birgt. Man hat das Gefühl, als wären hier alle eine Familie, in der sich jeder um jeden sorgt – sowohl die Menschen um die Tiere, als auch andersrum. Die Delphine strahlen eine große Freude aus und winken den Menschen in ihrer Umgebung zu. Insgesamt 27 Delphine und 4 Seelöwen leben hier. Sehr faszinierende Lebewesen, von denen man viel lernen kann! 

Obwohl ich keine Gelegenheit für eine Taucherfahrung habe, komme ich dennoch zum Genuss, die Tiefen des Atlantischen Ozeans zu erkunden. Mit einem Glasbodenschiff geht es im Pennekamp State Park auf eine unvergessliche Erkundungstour. Ein absolutes Unterwasser-Highlight, welches man sich auf keinen Fall entgehen lassen darf. Bisher habe ich die türkisfarbenen Tupfer im Ozean einzig vom Flugzeug aus sehen können – aus unmittelbarer Nähe kann ich schließlich die Farbenpracht der Korallenriffe erfassen. Das Schiff schaukelt auf dem Meer hin und her, während ich durch den Glasboden die Schönheit dieses Ortes auf mich wirken lasse – diese Vielfalt an Wassertieren, die die Tiefen unserer Meere bewohnen. Wer auf die Florida Keys kommt, sollte diese unbedingt gesehen haben. Es gibt hier viele hervorragende Riff-Tauchplätze!